Havixbeck – Szenen gibt es, die jede Planung in den Hintergrund rücken. So wie am Samstag auf Schleinershof in der Bauerschaft Herkentrup. Ein paar Familien standen schon früh vor den weitläufigen Koppeln um einmal tief in die gebotene Welt der Rösser einzutauchen. Wobei die kleinen Besucher sich zumeist hinter ihren Vätern zurückhielten. Auch der kleine Jo.
„Pferdestärken“ lautete die Aktion der Münsterland e.V. am Wochenende, an der sich für den Großraum Havixbeck, neben Gabriele und Heinrich Schleiner, noch die Therapie reiter Annelie und Gerd Dreisbach mit ihrem Hof in der Bauerschaft Schonebeck beteiligten. Beide Höfe, tief in die herrliche Parklandschaft eingebettet, gelten unter Pferdefreunden schon seit Jahren als Beispiele artgerechter und tierfreundlicher Pferdehaltung.
„Und jetzt nach kostspieligen und sorgfältig geplanten Umbauarbeiten müssen sich unsere Pferde eigentlich wie im Paradies vorkommen“, schmunzelte Heinrich Schleiners und zeigte seinen Besuchern gleich, was neu ist.
So stehen Pferden wie Reitern jetzt weitläufige, offene Stallungen zur Verfügung, wo an die 20 Rösser nicht mehr eingezwängt im Dunkeln stehen müssen. „Hier leben die Pferde in einer aktiven Herde. Das heißt, um an Futter oder Wasser zu gelangen, müssen sich die Tiere bewegen. Durch die Spiele untereinander, die frische Luft, Licht und Sonne werden dabei die Sozialkontakte meiner Herde gefördert“, weiß der Fachmann. „Das macht die Tiere als Reittiere für Anfänger, wie für Fortgeschrittene viel leichter.“
Ähnliche Begeisterung erlebten die Besucher am Sonntag auf dem „Dreisbach-Hof“. Dort, wo der Sozialpädagoge Gerd Dreisbach, seit nunmehr 18 Jahren heilpädagogisches Reiten anbietet, staunten auch anfänglich völlig verängstigte Kinder über die sanfte Anmut, mit der die Pferde vorsichtig und ungerufen an sie herantrabten. Und wenn die Liebe dann doch auszuweiten drohte, genügte ein leichter Klapps von Herrchen und „Vikur“, „Fönix“, „Gladon“ oder „Merlin“ – allesamt brave Islandpferde – ließen von ihrer Dynamik ab und knabberten an kleinen Leckereien die ihnen entgegengehalten wurden.
So reisten weder am Samstag aus Herkentrup, noch am Sonntag aus Schonebeck irgendwelche Besucher ab, ohne über das Pferdeparadies um Havixbeck zu schwärmen.
VON DIETER KLEIN, NOTTULN
Quelle: ahlener-zeitung.de